Trial WM Gefrees
Bericht von Philip Bertl (Selbst Teilnehmer)
Drei Wochen nach den six Days muss ich sagen: Die Schotten sind in Ordnung, sie sind gute Trialfahrer und haben deswegen auch die Raubzüge der Wikinger so gut überstanden.
Im Gegensatz zu ihnen sind die Engländer arme Schweine, sie haben zwar mit Dabill, Wigg und Jarvis die ersten drei Plätze belegt, aber fahren in der Weltmeisterschaft hinterher. Wir müssen uns mit ihnen solidarisieren und sollten Mitleid haben. Auch wir waren wie sie früher ein riesiges Reich – und sind heute so klein geworden. Sie hatten aber den Löwenherz, damals ein großer Kämpfer vor den Augen des Herrn. Durch ihn konnten wir mit seinem Lösegeld die Kolonie Dürnstein sanieren. Also Dankbarkeit ist angesagt. Es war eine Rettung in letzter Sekunde, denn die Überfälle auf der Donau waren nicht mehr das gelbe vom Ei.
Aber zurück zum Trial:„Ein Mann müsse den Mut haben, Dinge zu tun, die verrückt sind!“ sagte Don Quichotte. So fuhr ich drei Tage nach Schottland, mit Andreas Pascher zur Europa und Weltmeisterschaft nach Deutschland. Es war mein zweiter internationaler Einsatz und er zeigte mir, wie fließend die Grenzen zwischen Fressen und Gefressen werden sind. Ich wurde nicht gefressen und habe mich nach meinen Verhältnissen tapfer geschlagen und musste nicht wie Rosenannte die Hufe hochklappen und ohne es zu probieren einen fünfer zwicken lassen.
Gewonnen hat BOU, aber FUJI hatte die Beste Runde und wurde dritter, den zweiten Platz belegte der heuer überraschend stark fahrende CABESTANI mit zwei gleichmäßigen Runden.
Durch meinen ersten Einsatz bei der Weltmeisterschaft, verschieben sich die früheren Maßstäbe. Man kann jetzt die Dinge besser beurteilen und fühlt einen kleinen Funken des gigantischen Könnens der Spitzenfahrer. Bist einer von ihnen, zwar nur ein kleiner Wurm, wirst aber von ihnen als Mensch voll akzeptiert.
Nicht zuletzt gibst es durch die Teilnahme wieder außerhalb unserer Grenzen ein Lebenszeichen vom österreichischen Trialsport.
Jetzt zapple ich an der Angel, denn sie haben meinen Ehrgeiz geweckt. Nachdem ich meine Motorradteile wieder Zusammengeflickt habe ging es gleich weiter nach Frankreich zum nächsten Weltmeisterschaftslauf. Aber das ist eine andere Geschichte.